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AAA-Migrationseffekte

Einführung der Nutzungsart Kleingarten:

Im neuen ATKIS-Modell (AAA-Modell, Version 6.0) wurde innerhalb der Objektart Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche die Nutzungsart Kleingarten eingeführt. Da diese Flächenkategorie im alten ATKIS-Modell (Version 3.2) nicht existiert, wurde im IÖR-Monitor das Gartenland innerhalb von Ortslagen bisher als Kleingarten und damit als Siedlungsfreifläche betrachtet. Im Zuge der AAA-Migration sind Flächen der Objektart Gartenland in einigen Bundesländern (z. B. Hessen und Thüringen) vorübergehend komplett als Kleingarten (Siedlungsfreifläche und damit Siedlung) umklassifiziert worden. In anderen Ländern (z. B. Baden-Württemberg und Niedersachsen) verblieben derartige Flächen vorerst vollständig beim Gartenland (Landwirtschaft und damit Freiraum). Folglich erhöhen bzw. vermindern sich die Siedlungsflächen vorübergehend in diesen Bundesländern. Im Rahmen der Grundaktualisierungen durch die Landesvermessungsverwaltungen werden die betroffenen Flächen individuell bewertet und ggf. neu zugeordnet. In einigen Ländern (z. B. Nordrhein-Westfalen) fand die Zuordnung durch Verschneidung mit der Ortslage (ähnlich wie im IÖR-Monitor) statt, so dass sich hier dieser Migrationseffekt kaum auswirkt.

Siedlungsflächenerfassung:

Im Zuge der AAA-Migration wurde in einigen Bundesländern (z. B. Bayern und Baden-Württemberg) ein Abgleich mit Katasterdaten durchgeführt, was in zahlreichen Fällen zu einer Vergrößerung der kartierten baulich geprägten Flächen führt. Teilweise werden baulich geprägte Flächen zur Erhöhung der Aktualität bereits mit erfolgter Erschließung (bei gesicherter Bebauung) und damit früher als bisher erfasst. Das hat eine erhöhte SuV-Zunahme in diesen Bundesländern von 2010 bis 2012 zur Folge.

Abbau- und Haldenfläche:

Die im alten ATKIS-Modell in einigen Bundesländern praktizierte Überlagerung von Abbau- und Haldenflächen mit Bergbaubetrieben und die damit verbundene Zuordnung zu Industrie/Gewerbe und schließlich zur Siedlungsfläche wurde mit der AAA-Migration aufgegeben. Die Abbau- und Haldenflächen (ohne bauliche Anlagen von Bergbaubetrieben) werden nun einheitlich dem Freiraum zugeordnet. Dies beeinflusst vorübergehend die Siedlungsflächenwerte, insbesondere in den Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Straßenumwidmung:

Die Herabstufung von Straßen im Zuge der AAA-Migration zu Hauptwirtschaftswegen bzw. Wirtschaftswegen (keine Flächenbildung durch Pufferung im IÖR-Monitor) beeinflusst die Indikatorwerte sowohl bei Straßennetzlängen als auch bei Straßenflächen. Das betrifft insbesondere die Bundesländer Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt.

Verkehrsbegleitfläche:

Im alten ATKIS-Modell sind Verkehrsbegleitflächen nicht definiert. Nach der AAA-Migration können Flächen als Begleitfläche zum Straßen- oder Bahnverkehr modelliert werden, die zuvor einer anderen Flächenkategorie (z. B. Grünland) angehörten. Dies betrifft z. B. von Straßen eingeschlossene und mit Gras oder Bäumen bestandene Flächen bei Autobahnknoten oder Kreisverkehren. In einzelnen Fällen kann dies zu einer deutlichen Zunahme der Verkehrsflächen führen (Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt). 

Grünland:

Ungenutzte Flächen (Sukzessions-, vegetationslose und Gewässerbegleitflächen) insbesondere innerhalb von Grünland werden durch die Migration als Unland/vegetationslose Fläche kartiert, womit in einigen Bundesländern die Grünland- und damit die Landwirtschaftsfläche sinkt.